Mittwoch, 1. Oktober 2008

Es gibt keine absolute Unabhängigkeit

Was empfindet man wenn man das liest? Die Gefühle werden unterschiedlich sein, abhängig vom einzelnen Individuum und dieses wiederum ist wieder abhängig von der jeweiligen Umwelt, der Gesellschaft, gebildet worden.  Nicht unabhängig zu sein wird sehr oft als Einschränkung verstanden, ja es gilt oft als Ziel möglichst unabhängig zu sein, möglichst unabhängig zu werden. Dennoch, absolute Unabhängigkeit , absolute Autonomie gibt es nicht, ja kann es nicht geben.  Man nehme sein eigenes Leben her, man kann sich nicht selbst autonom auf die Welt bringen, man kann auch nicht autonom leben, zumindest Nahrung muss man aufnehmen.  Man kann sich auch nicht autonom eine sogenannte eigene Meinung bilden.  Meinung gibt nur Sinn wenn es andere Meinungen gibt, wenn es Relationen gibt.  Oder es ist angeboren, dann ist es ja aber erst recht nicht unabhängig. Wenn es also keine anderen Meinungen gibt kann man auch keine eigene haben, man ist abhängig von anderen. Warum ist das eigentlich zunächst einmal negativ besetzt "abhängig" zu sein ? Ich denke hier liegt der Wurm begraben.  Die Gesellschaft, oder große Teile davon, hat Abhängigkeit dazu gebracht dass es als "ausnützen" verstanden wird und oft auch so verwendet wird.  Dabei kann es ja niemand und nichts geben ohne dass es andere und anderes gibt.  Es kann keinen einzelnen (einzigen) Menschen geben der vielleicht auch noch dazu von "nichts" leben würde.  Es kann nicht mal Herrscher geben wenn es nichts zu beherrschen gebe.
 
Und wenn wir begreifen würden dass "abhängig" zu sein auch "nicht alleine sein" bedeutet, "abhängig" sein auch "verbunden" bedeutet, dann würden wir jene Probleme der Welt schneller lösen wo es Menschen und Bereiche gibt die mehr Hilfe benötigen.  Es gibt keine absolute Unabhängigkeit, Gott sei Dank,  es wäre losgelöst, abgekoppelt und verloren.  Für immer einsam.