Liebe Leserin, lieber Leser. Können sie denken was sie wollen?
Die Antwort ist eindeutig, sie können es nicht. Niemand kann das.
Sie werden das höchstwahrscheinlich nicht glauben wollen, als Unsinn abtun.
Gut, versuchen sie nur einen Augenblick ganz sachlich zu verfolgen was sie denken. Alle Gedanken die einem bewusst werden sind bei genauer Betrachtung schon vorhanden. Dabei ist es völlig gleichgültig ob das Gedanken sind die durch einen Impuls von außen ausgelöst werden, weil sie etwa etwas gelesen haben, oder weil sie etwas hören, oder ob das Gedanken sind die sie sich "ausdenken". Versuchen sie also nachzudenken, sich auf ihre eigenen Gedanken zu konzentrieren und dann festzustellen woher diese Gedanken kommen. Wenn sie sich etwas einfallen lassen, sich etwas ausdenken, scheint die Sachlage relativ klar nachvollziehbar. Der Gedanke, der Einfall, kommt (in das Bewusstsein) oder es kommt der Gedanke "mir fällt nichts ein".
Was werden sie heute abend machen? Sie werden jetzt darüber nachdenken oder spontan sagen (den Gedanken aussprechen) "ich habe nichts vor" oder aber auch "da will ich nicht nachdenken". Ganz egal was sie denken, es wurde durch einen (aus ihrer Sicht) externen Impuls ausgelöst, irgendein Gedanke war die Reaktion. Dieser Gedanke ist in ihr Bewusstsein getreten, sie haben sich diesen Gedanken nicht bewusst ausgesucht.
Es ist nun aber auch so dass sie sich im Prinzip gar keinen Gedanken selbst bewusst aussuchen können, er ist schon immer da sobald sie ihn im Bewusstsein bemerken, ihn quasi nachdenken.
Das kann man ganz einfach an sich selbst beobachten. Verfolgen sie ihre eigenen Gedanken und sie werden feststellen, dass der Gedanke den sie gerade verfolgen, und sei er noch so banal, vorhanden ist sobald er ihnen bewusst ist.
Was bedeutet das nun für die Frage was denkt der Mensch? Der Mensch denkt das (im Bewusstsein) was ihm durch sein Unterbewusstsein präsentiert wird. Was anderes weiß er ja gar nicht. Die zugehörigen Gedankengänge sind entweder schon vorhanden, genetisch bedingt, oder bzw. und entstehen im Laufe des Lebens, sie werden gebildet.
Eine Erkenntnis daraus ist natürlich auch dass der Mensch kein reines Individuum ist, sondern ein individueller Teil einer Gruppe.
Dazu ein einfaches Gedankenexperiment. Man stelle sich einen neugeborenen Menschen vor der ganz alleine aufwächst ohne andere Menschen, ohne Umwelt (das physische Überleben sei jetzt mal im Gedankenexperiment möglich).
Was würde dieser Mensch wohl denken, wer wäre er mit sagen wir mal 40 Jahren ?.
Nun nehmen wir den gleichen neugeborenen Mensch her und lassen ihn im Gedankenexperiment im Urwald bei einem Naturvolk aufwachsen. Was würde er nun denken, wer wäre er nun mit 40 Jahren?
Und nun, zu guter letzt, lassen wir diesen Menschen in der sogenannten Zivilisation aufwachsen, in der Leistungsgesellschaft. Was denkt er nun, wer ist er?
Ich denke sie werden mir Recht geben dass das drei verschiedene Menschen geworden wären, mit jeweils anderen Gedanken. Im ersten Fall, ohne Umwelt, wäre er wahrscheinlich nach unseren Begriffen relativ dumm geblieben und würde wahrscheinlich nicht allzu viel denken.
Und übrigens, wenn sie es können dann löschen sie das was sie hier jetzt gelesen haben aus ihrem Gedächtnis. Einfach löschen, ohne das nur ein Bruchstück an Gedanken übrigbleibt. (Am besten auch gleich aus dem ganzen Gehirn). Sofort, es nimmt sonst Einfluss auf sie. ..wenn sie das können.
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