Bewusstsein ist unselbstständig, darüber hatten wir schon gesprochen. Bewusstsein erwacht, kann nicht durch sich selbst bewusst geweckt werden. Es gibt auch keine Gedanken die man erdenken könnte, sie entstehen und dann treten sie in das Bewusstsein. Das was man will, das will man eben, man ist so wie man ist. Wenn man sich ändern will oder kann dann ist es so, sobald es bewusst ist ist es auch bereits so festgelegt. Die Festlegung erfolgt durch genetische Vorgaben und bisher Erlebtes, Erfahrenes. In gewissem Sinne läuft das Bewusstsein den (unbewussten) Entscheidungs- und Steuerungs- Prozessen immer hinterher. Diese Steuerungs- und Entscheidungsprozesse verändern sich nur durch Interaktion mit "außen", alleine über Bewusstsein ist das definitiv nicht möglich. Man müsste die Vergangenheit ändern können um das zu ermöglichen. Von "außen" bedeutet es muss Interaktion geben, indem man etwa etwas über die Sinne aufnimmt. Wachstum ist (auf Dauer) ohne Zufuhr von außen nicht möglich, das gilt physisch wie geistig.
Man stelle sich selbst als Mensch vor, den Zeitpunkt wo man sich zum ersten mal bewusst wird (erwachsen). Zu diesem Zeitpunkt ist zumindest einmal ein Basis an Eigenschaften und Wollen (wie man ist) vorhanden ohne dass es durch das eigene Bewusstsein entstanden wäre. Diese Eigenschaften und das Wollen sind durch Gene, Umstände, Erziehung, Ereignisse geprägt worden. Es hat sich auch ein zugehöriger Erkenntnisraum gebildet. Jeder Schritt, jeder Gedanke und jede Handlung erfolgt basierend auf dieser Prägung. Die Prägung, und damit man selbst, ändert sich nur durch äußere Einflüsse. (Eine Änderung von innen, oder schon die Möglichkeit dazu, wäre ja schon Teil der vorhandenen Prägung, inklusive der bewussten Möglichkeiten).
Hier sieht man wie wichtig Umgebung und Erziehung und damit auch Schule ist. Hier sieht aber auch seine eigenen Grenzen.
Man kann das ruhig an praktischen Beispielen versuchen. Wenn man zu etwas fähig (oder nicht fähig) ist dann ist es eben so. Ich kann natürlich üben, aber das kann ich auch nur wenn ich es kann, oder wenn von außen entsprechend Ansporn oder auch Druck kommt.
Man kann sich eben nicht selber auf die Welt bringen. Im täglichen Sprachgebrauch kennt man das auch unter "im eigenen Saft braten bringt nichts", aber auch "Befruchtung durch andere". Die Veränderung geschieht ja unbewusst und birgt natürlich auch Gefahren in sich, "man putscht sich gegenseitig auf".
Über bereits vorhandene Eigenschaften und Wollen hinausgehende Veränderungen von diesen Eigenschaften und Wollen sind nur durch Einflüsse von außerhalb des Subjekts möglich.
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