Donnerstag, 19. Juni 2008

Das objektive und das andere Bewusstsein

Bewusstsein ist grundsätzlich mal die Wahrnehmung seiner Gefühle und Gedanken.  Gefühle merkt man ja erst (an sich selber) wenn sie in das Bewusstsein treten, wenn man sie eben wahrnimmt.  Gedanken,  nachdenken in der Form von die eigenen Gedanken wahrnehmen,  sind der zweite Anteil des Bewusstseins.  Damit ist das Bewusstsein einmal vorhanden. (In diesem Sinne ist auch klar dass Tiere ein Bewusstsein haben, es ist wahrscheinlich ein wenig anders als das des Menschen, aber fühlen können sie auf jeden Fall).  Gefühle und Gedanken interagieren,  Gedanken lösen Gefühle aus und umgekehrt.  Das Bewusstsein ist also dynamisch, verändert sich ständig.  Dies ist etwa unmittelbar einsichtig wenn man an seine eigene Stimmung,  seine eigene Laune denkt.  Man denkt buchstäblich anders wenn man gut aufgelegt ist als wenn man schlecht aufgelegt ist.  Unter Stress stehend denkt man anders als wenn man sich "voll motiviert" in einem emotionalen  Hoch befindet, das "andere" Bewusstsein unter Drogen (auch Alkohol) sei hier nur kurz erwähnt.  Welches Bewusstsein ist nun das richtige, welches Bewusstsein ist das objektive ?  Schwierige Entscheidung, zumal ja das Bewusstsein diese Entscheidung über sich selbst treffen soll.  Nehmen wir mal an es ist uns durch Übung möglich die Kopplung zwischen Gefühl (Emotion) und Gedanken zu lösen, die Abhängigkeit der Gedanken von der Stimmung zu befreien.  Das ist selbst denktechnisch schon schwierig denn was ist keine Stimmung, keine vorhandene Emotion.  Man kann ja schwer sagen "wie fühlt sich das an".  Man isoliert also sein "Denk - Bewusstsein" vom "Emotional  - Bewusstsein", man "fühlt" seine Gefühle nicht mehr.  Man stellt nun fest dass dieses "reine Denken" eigentlich "von innen her" gesteuert wird, vom inneren Antrieb ausgelöst wird.  Man kann bestenfalls eine Auswahl treffen indem man sich auf eine "Denk- Richtung" konzentriert.  Die Möglichkeiten hier sind aber auch begrenzt, das sollte einem klar sein.  Man braucht ja nur mal versuchen etwas bewusst vergessen zu wollen,  augenblicklich. Man versuche etwa unmittelbar zu vergessen was eben gelesen wurde.  Dieser Willensakt ist nicht möglich, man kann Erinnerungen nicht einfach "löschen".  (So viel hier zum "freien" Willen").  Was ist (oder wäre) nun objektives Bewusstsein?  "Ich" habe in meinem Bewusstsein das Denk - Bewusstsein vom Emotional - Bewusstsein isoliert, danach auch noch innerhalb des Denk - Bewusstseins den Beobachter von den Gedankengängen isoliert.  Ich bin also im Moment der reine Beobachter.  Wenn ich will rufe ich ab welche Gefühle vorhanden sein könnten und betrachte auch noch meine Gedanken um zu entscheiden was ich tue.  Auf Grund welcher Informationen kann ich das nun machen.  Ich, als Beobachter, "sehe" meine Gedanken vor mir liegen und habe auch die Informationen über die "mögliche" Gefühlszustände.  Um jetzt eine Entscheidung zu treffen worauf ich mich konzentrieren möchte muss ich die neutrale, objektive Beobachterfunktion wieder verlassen.  Sobald ich entscheide (wie ich denken soll, welchen Weg ich wähle) bin ich "subjektiv" nehme eine Auswahl basierend auf irgendeiner Wertung vor.  Es ist nicht anders möglich, es tritt sogar das (logische) Phänomen auf dass man nicht weiß wie man entscheiden soll wenn man die objektive (beobachtende) Seite nicht verlässt. (Es gibt ja keine Grundlage für eine Auswahl, kein Kriterium).  Man sieht also, es gibt "viele",  nicht ein,  Bewusstsein und objektiv bleibt es nur solange,  solange es "zusieht".  Es gibt immer ein anderes Bewusstsein. 
Wem das alles zu kompliziert ist, der lässt die Dinge einfach geschehen.  Oder ist das ohnehin die einzige Möglichkeit?  Das wäre jetzt ein philosophisches Problem, und solche wollen wir hier ja nicht wirklich klären. Wir belassen es beim nachdenken.....

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Es gibt also ein objektives und ein subjektives Bewusstsein?
Ich dachte es gibt nur ein subjektives, da man seine Gedanken nicht von Gefühlen und Wertungen abkoppeln kann. Objektives Bewusstsein ohne subjektive Sichtweise? Geht nicht meiner Meinung nach...

Gerhard hat gesagt…

Ich denke es gibt eine Instanz im Bewusstsein mit deren Hilfe man seine eigenen Gedanken "beobachten" kann. Durch Übung gelingt es einem durchaus sich auf diese reine Beobachterfunktion zu konzentrieren. Man wertet dann nicht. Das bezeichne ich, zugegeben etwas holprig, als "objektiv". Sobald man freilich Handlungen setzt, Entscheidungen trifft, sind sie immer mit Wertung verbunden. Insofern geht "objektives" Bewusstein ohne subjektive Sichtweise nicht, das sehe ich auch so.
Vielen Dank für den Kommentar!